Soziale Kälte immer schlimmer

10.10.10

Aus Frust und eigenen Ängsten ist unlängst ein gesellschaftliches Gegeneinander entstanden. Besonders schlimm ist, dass jene, die noch auf halbwegs gesicherten Existenzboden stehen, nichts auslassen, um Menschen, die ein jeden Tag kämpfen müssen, weiter ins soziale Abseits zu drängen. Es wird sich lustig gemacht, man behandelt Menschen, die in Artmut leben ironischer, man verbietet Visionären Gedanken in die Realität umzusetzen, denn dieses Recht hat nur, wer sich nach außen stark gibt. Alles was man an Träumen in sich trägt, an Ideen, wird untergraben durch einen eisig kalten Wind – viele denken nur noch an sich und merken indes nicht, dass jenem bürokratischen System in die Hände spielen, auch sie morgen nach unten drücken kann.


Als armer Mensch keinen Wert mehr

Fakt ist, dass man als armer Mensch keinen Wert mehr hat. Kein menschliches Vertrauen wird einem mehr entgegengebracht, man ist für nichts mehr gut genug, und egal wie viel man leistet, es ist ja nur „Müll“, denn ohne Status hat man kein Recht dazu, etwas der Öffentlichkeit zu präsentieren.


Ein jeden Tag muss man trotz Arbeit zusehen, dass man etwas zu essen auf dem Tisch hat, muss mit Krankheiten leben, ansehen wie die ganze Familie darunter leidet, obwohl man breitgefächert alles dafür tut, um normal leben zu können. Aber Leistung ist ja nicht gleich Leistung, denn liegt diese Tätigkeit außerhalb der Norm, kann man so viel arbeiten wie man will, leben kann man davon trotzdem nicht, denn sie lachen hinterrücks noch ironisch, schmeißen einen Felsbrocken vor die Füße und verlangen ein lebenlang, dass man sich anpassen soll – doch dass man dadurch seine Seele quält und gut in dem ist, was man machen kann aus der eigenen Prägung heraus, daran verschwendet niemand einen Gedanken. Man hat das Gefühl, dass das Herz nur noch schlägt, um irgendwie den nächsten Tag zu überstehen. Keine Abwechslung, keine Ruhe, 24 Stunden Druck auf der Seele, geplagt von dauerhaften Ängsten. Dass so ein System noch unterstützt wird, ist in keinster Weise zu verstehen. Leider haben sich dieser „harten“ Welle aber viele angeschlossen, und so wird der Wind des Lebens immer kälter. Immer kommen sie mit ihren Ratschlägen, egal wie es kommt, nie ist es gut genug.


Familienmenschen nicht mehr gefragt

Ähnlich sieht es doch aus, wenn man ein Familienmensch ist. Belächelt wird man, wenn man an seiner Familie hängt und dafür lebt, denn Karriere zählt, und wer man auf dem Papier ist, nicht der Mensch selber. Kritik wohin man blickt, denn kaum jemand versteht es, dass man sein Familienleben pflegt, dass man für seine Kinder da sein will oder für seine Eltern. Die schönen Wochenenden, an denen man gemeinsam gelacht, Kirschen gegessen, Familienwanderungen unternommen hat – doch mit den Jahren wurde das Tempo immer höher, man versucht Menschen jedes Glücksgefühl zu rauben, und wieder unterstützt die Masse es, ohne zu erkennen, dass man auch ihr Glück vielleicht schon zerstört hat. Was gibt es Schöneres als gemeinsam zu lachen, sich lieb zu haben? Es ist vollkommen in Ordnung, wenn manche Menschen das nicht wollen, denn manchmal gibt es dafür auch gute Gründe, aber dann soll man anderen Menschen das Glück nicht kaputt machen.


Wann hört das endlich auf

In unserer Gesellschaft scheint es aber normal zu sein, dass man anderen kein Glück gönnt, wenn man es selber nicht hatte, dass man Individuelle nicht anerkennt und unterstützt. Immer nur noch härter, noch mehr Grausamkeit, und sei es nur in Worten. Was ist das nur für eine Welt? Jeden Tag darf man ums nackte Überleben kämpfen, kein Platz mehr für ein normales Leben, außer man passt sich an und zerstört alles in einem selbst. Mit Demokratie oder Menschlichkeit hat das aber nichts mehr zu tun, denn eine gesicherte Lebensberechtigung hat ein jeder Mensch verdient, ganz gleich auf welche Art und Weiße er sich bewegt. Warum stößt man überall fast nur auf Ironie, auf seelische Prügel, auf Menschen, die einen verändern wollen, die einen zwingen zu etwas?


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Gesät, der Sturm der radikalen Antihumanität, geprügelt auf den, der mit freier Seele lebt, doch niemals geschützt vor dem Gegenwind, der entsteht bei jenen Menschen, die erst gelitten unter der Kälte der Gesellschaft, fast zusammengefallen, dann aber auferstanden im Licht des Lebens !


Ihr

Joachim Sondern

3 Kommentare zu Soziale Kälte immer schlimmer

  1. Pandora // 2. Februar 2014 um 19:17 //

    Da hast du leider Recht..
    was ich tun kann, ist versuchen mit diesen Menschen zu leben. Einen Weg zu finden, mit ihnen auszukommen, aber bloß nicht das ganze Leben mit dem Gedanken rätseln!

    Erfreue mich an den lieben Menschen, die es noch gibt in meinem Umfeld und pflege da alles, was noch geht. Die menschliche Wärme wird immer rarer, ich pflege, was ich noch habe, auf dass ich meinen Kindern irgendwann auch ein liebes Umfeld geben kann. Liebe ist das Wichtigste für mich, ohne die Geborgenheit und das zwischenmenschliche (und Religion) ist für mich das Leben nur noch etwas leeres. Denn das heutige materialistische Weltbild kränkt mich und kann mich in einster Weise befriedigen. Materielle Güter haben keine Seele, irgendwann sind sie kaputt. Menschen bleiben immer in Erinnerung. Das Menschliche..Das ist irgendwie mein Sinn des Lebens. Mein Glück kann ich nicht allein in Gütern finden. Wie kann man in etwas menschengemachtes, robotorhaftes sein Glück finden ? Nichts ist besonderer als die Natur, wir Menschen.

    Es kommt mir vor, als wenn es heutezutage immer schwieriger ist Freundschaften zu knüpfen. Doch hoffe ich, dass ich ab und an immer wieder lebensfrohe Menschen treffen kann. Noch ist die Welt voll davon und wird es sicher auch immer bleiben. Die Masse wird zwar immer die Mehrheit ausmachen, aber die vielen Minderheiten, die wird es immer geben. Ein Glück. (:

  2. Wir leben nun mal in einem System, indem nur noch Einfluss und das Vermögen einen Wert hat. Indivdualitat ist nicht opportun. Was zählt ist Anpassung.

  3. Christus sieht alles und sagt: Ich war es, der hungrig und durstig vor dir stand. Ich war der Fremdling, der Kranke, der Gefangene. Während du an deiner mit Köstlichkeiten reich beladenen Tafel Feste feiertest, darbe ich in der Elendshütte oder auf einsamer Strasse. Du machtest es dir in deiner Luxuswohnung bequem, ich aber hatte nicht, wohin ich mein Haupt legen konnte. Du gingst deinen Vergnügungen nach, während ich im Gefängnis schmachtete.

    Dachtest du jemals daran, dass du dem Herrn der Herrlichkeit etwas darbrachtest, wenn du dem armen verhungerten nur ein Quäntchen Brot oder dem Erfrierenden nur ein dünnes Kleidungsstück gabst? Alle Tage deines Lebens war ich in der Person solcher geplagter Menschen neben dir. Du aber hast mich nicht beachtet. Du bleibst deshalb von der Bruderschaft mit ausgeschlossen. Ich kenne dich nicht.

    Auszug aus: der Eine Jesus Christus von E.G. White

    Peter

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